Donnerstag, 26. April 2012

Dawn 2


Dawn. Die Dämmerung. Mein Name. Bei vielen war ich allerdings nur unter dem abschätzigen Titel „die Andere“ bekannt. Diese Bezeichnung haftete an mir, seit meiner Geburt. Es war schwer, in einer Gesellschaft zu leben, die nur blonde, hellhäutige, blauäugige Nachkommen hervorbringt, wenn man selbst brünett war und grüne Augen hatte. Das Erbe meiner Mutter.
Niemand hätte damals die Beziehung meiner Eltern akzeptiert oder toleriert, doch schon kurz nachdem sie sich kennengelernt hatte, wurde sie schwanger. Mit mir. Seit dem hatte sie ein Leben im Verborgenen geführt. Fern ab der Städte unseres Volkes. Nicht aus Angst, sondern auf Wunsch meines Vaters. Er war ein angesehener Mann in unseren Reihen und wäre mit dem Tode bestraft worden, wenn herauskäme, dass er sich mit einer Frau gepaart hatte, die nicht zu uns gehörte. Glücklicherweise taten sie meine Existenz mit einer einfachen Erklärung ab, so dass jegliche Zweifel im Keim erstickt wurden: Seltene Pigmentstörung.
Durch die Liebe zu meinem Vater, verließ sie ihr gemeinsames Versteck niemals. Doch ich wusste, dass er sich niemals verzeihen wird, dass er damit an ihrem Tod Schuld ist.
Sie kamen im Morgengrauen. Vater und ich waren bereits früh unterwegs, um an einer Ratsversammlung teilzunehmen. Ich war gerade acht Jahre alt geworden und durfte nun laut unserer Gesetze und als Tochter eines angesehen Mannes an den Sitzungen des Rates teilnehmen.
Doch als wir zurückkehrten, um meiner Mutter die Neuigkeiten zu überbringen, was von der kleinen Hütte nur noch Asche und Ruß übrig.
Jetzt, acht Jahre später, kämpfte ich immer noch mit mir, meinem Vater keine Vorwürfe zu machen.
Bald darauf waren wir in eine andere Dimension übergetreten. Wir, die Heilbringer, wie wir von anderen Spezien genannt wurden, waren immer auf der Reise, dorthin, wo wir gerade gebraucht wurden.
Vor einiger Zeit, kamen wir auf die Erde. Eine der schönsten Dimensionen, die ich bisher bereist hatte. Ich liebte es, den rauen Wind auf meinem Gesicht zu spüren, wie er zärtlich durch meine langen Fahre fährt, spielerisch, als würde er Spaß daran haben. So wie jetzt.
Hier auf dieser Klippe, weit über dem Meer, fühlte es sich so an, als könnte ich fliegen. Dass es dort draußen eine bessere Welt gibt. Eine in die ich wirklich gehöre. Und in der auch jemand für mich bestimmt ist...

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